HeAT. Health Advancing Technologies for Elderly
Priorität 1
Eine innovative Region
Projektbeschreibung
Die demografische Entwicklung mit einer steigenden Lebenserwartung und wachsenden Anzahl älterer Menschen setzt unsere Gesundheitssysteme zunehmend unter Druck. Hier können innovative digitale Lösungen und Prozesse im Gesundheitswesen dazu beitragen, dennoch hohe Standards bei Prävention und Behandlung aufrechtzuerhalten.
Leider haben gerade ältere Menschen Schwierigkeiten, diese digitalen Lösungen zu nutzen. Daher konzentriert sich das Projekt HeAT (Health Advancing Technologies for Elderly) auf die Verbesserung des Zugangs besonders älterer Menschen zu einem zunehmend digitalisierten Gesundheitssystem.
Das Projekt richtet sich besonders auf die Frage, wie Gesundheitsinitiativen und technologische Lösungen entwickelt oder an die Bedürfnisse älterer Menschen angepasst werden können. Auf diese Weise können die Behandlung und die Lebensqualität dieser Menschen mit Hilfe gesundheitsfördernder Technologien verbessert werden.
Gleichzeitig helfen digitale Lösungen, die steigenden Kosten für das Gesundheitswesen im Griff zu behalten. All dies wird auch dazu beitragen, altersbedingte Ungleichheit bei Gesundheit und Behandlung zu verringern.
Das Projekt strebt folgende Ergebnisse an:
- Drei Implementierungsstrategien für neu entwickelte und getestete Gesundheitstechnologien
- Aktionsplan zur Vermittlung und Implementierung der Projektergebnisse
- Entwicklung von fünf maßgeschneiderten Gesundheitsapplikationen für ältere Patienten
- Testreihen mit fünf neu entwickelten Gesundheitsapplikationen für ältere Patienten
- Eine Testreihe für Smartwatch mit Gesundheitsapplikationen
- Etablierung von zwei Expertennetzwerken
Fotos aus dem Projekt
Reminder Apps
Einblicke in die Reminder-App-Entwicklung für die HeAT-Studien
Im HeAT-Projekt entwickeln wir Reminder-Apps, welche die Patienten und Patientinnen entsprechend ihrer Erkrankung während der Strahlentherapie unterstützen, entweder mit Fokus auf Hautpflege, auf ausreichende Flüssigkeitsaufnahme oder auf Bewegung. Die Inhalte der Apps ergeben sich aus den jeweiligen Studienprotokollen. Diese Apps sind nicht nur unterstützende Begleiter, sondern ein zentraler Bestandteil der wissenschaftlichen Studien im HeAT-Projekt. Das Ziel besteht darin herauszufinden, inwieweit digitale Erinnerungs-Apps die Umsetzung begleitender Maßnahmen im Therapieverlauf verbessern können. In enger Zusammenarbeit mit Ärzten und Ärztinnen sowie Studienkoordinatoren und -koordinatorinnen haben wir dabei wertvolle Einblicke in den medizinischen Ablauf der Strahlentherapie sowie in die Planung und Durchführung klinischer Studien erhalten, was eine große Bereicherung für die technische Entwicklung im Gesundheitsbereich darstellt. Neben den täglichen Erinnerungen geben die Apps auch kurze, verständliche Hinweise zur richtigen Durchführung der Maßnahmen – etwa zur Anwendung von Hautpflegeprodukten oder zur empfohlenen Trinkmenge vor der Bestrahlung. Als ein kleines motivierendes Extra wird für jede erledigte Erinnerung ein Puzzleteil freigeschaltet, und am Ende ergibt sich dann ein vollständiges Bild, welches zu einer persönlichen Galerie hinzugefügt wird. Die Entwicklung folgte einem klassischen App-Entwicklungs-Prozess und ist an den klinischen Kontext angepasst:
1. Anforderungsanalyse: Die fachlichen Anforderungen kamen direkt aus den Studienprotokollen und ergeben sich aus den jeweiligen Therapien. Wir haben eng mit Ärzten und Ärztinnen sowie Studienkoordinatoren und -koordinatorinnen zusammengearbeitet, um die Funktionen und Inhalte präzise zu definieren.
2. UX/UI-Konzeption: Der nächste Schritt war die Gestaltung der Benutzeroberfläche – mit einem klaren Fokus auf Einfachheit. Viele Nutzer und Nutzerinnen sind ältere Menschen, und deren digitale Erfahrungen variiert stark. Deshalb entwickelten wir erste Wireframes und später ein User Interface mit großen Bedienelementen, klarer Sprache und einem linearen Ablauf.
3. Technische Umsetzung: Für die Entwicklung nutzen wir Angular und Ionic – ein Framework, das es ermöglicht, aus einer einzigen Codebasis Apps für Android und iOS bereitzustellen. Das spart Zeit, minimiert Fehlerquellen und erleichtert die Wartung – besonders bei internationalen Rollouts.
4. Tests mit gesunden Freiwilligen: Die Skin-Care- und Drinking-Reminder-App wurden in Testrunden mit gesunden Testpersonen geprüft. Dabei wurden unter anderem Bedienbarkeit, Verständlichkeit und technische Stabilität bewertet. Auf Basis des Feedbacks haben wir gezielt nachgeschärft.
5. Rollout & Iteration: Die Skin-Care-App ist bereits im Einsatz bei Patientinnen und Patienten, die Drinking-Reminder-App steht kurz vor dem Studienstart. Die App zur Bewegungsförderung befindet sich aktuell in der Umsetzungsphase.
Dank guter Zusammenarbeit mit unseren dänischen Projektpartnern konnten wir die Apps sprachlich und kulturell anpassen. Derzeit begleiten wir den klinischen Einsatz und die wissenschaftliche Auswertung. Aktuell arbeiten wir an der Fertigstellung des Bewegung-Reminders und an einer weiteren, studienbezogenen Fragebogen-App zur Symptomerfassung und Risikoeinschätzung bei Pneumonitis.
BREAST-Q-Studie
HeAT baut Brücken
Im Rahmen der HeAT-Kooperation arbeiten wir kontinuierlich daran, Brücken zu schlagen. Nicht nur zwischen Ländern, sondern auch zwischen klinischen Ergebnissen und der Realität, wie sie die Patienten erleben. Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die bevorstehende Veröffentlichung unserer Publikation auf Datenbasis der BREAST-Q-Studie mit dänischen Frauen, die sich einer brusterhaltenden Operation (Lumpektomie) unterzogen haben. Die Publikation wurde gemeinsam von Lukas Kure-Rosenberg, Nicco Krezdorn, Hannah Trøstrup Pedersen und Stine Thestrup Hansen von der Abteilung für Plastische und Brustchirurgie am Sjællands Universitetshospital in Roskilde verfasst.
Die Studie basiert auf einem prospektiven Datensatz mit mehr als 700 Patientinnen und konzentriert sich auf etwas, das in der Statistik leicht übersehen wird: wie die Frauen ihren Körper, ihr Wohlbefinden und ihre eigene Lebensqualität nach der Behandlung selbst empfinden.
Die Ergebnisse zeigen, dass die Zufriedenheit nach brusterhaltender Chirurgie bei Frauen über 65 Jahren im Allgemeinen hoch und langanhaltend ist. Sie zeigen aber auch, dass das Alter und eine neoadjuvante Chemotherapie Einfluss auf die empfundene Lebensqualität haben können. Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer individualisierten Patientenversorgung sowie der Einbeziehung der individuellen Patientenperspektive in die Brustkrebsbehandlung.
Die Arbeit an der BREAST-Q-Publikation ist innerhalb der Projekte der HeAT-Kooperation verankert. Für diese ist Lukas Kure-Rosenberg derzeit am Institut für Krebsepidemiologie (IKE) der Universität Lübeck tätig. Hier arbeitet er eng mit Christiane Rudolph an den weiteren Forschungen im HeAT-Projekt zusammen. Sein Forschungsaufenthalt konzentriert sich besonders auf eine grenzüberschreitende epidemiologische Studie, die auf dem gemeinsamen Rahmen des HeAT-Projekts aufbaut und die transnationale Forschungszusammenarbeit weiter stärkt.
Quality of life after breast-conserving surgery
Zur Lebensqualität nach brusterhaltender Operation bei Frauen ab 65 Jahren: Neubewertung des Alters bei der Brustkrebsbehandlung anhand der Erkenntnisse einer prospektiven dänischen Kohortenstudie.
Im Rahmen des EU-Interreg-Projekts HeAT wurde nun am Sjællands Universitetshospital in Roskilde (Abteilung für Brustchirurgie und plastische Chirurgie) der erste Artikel veröffentlicht, der in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Nicco Krezdorn, Hannah Trøstrup Pedersen und Stine Thestrup Hansen verfasst wurde. Der Artikel wurde in ABS – Annals of Breast Surgery veröffentlicht.
Die Studie basiert auf einer regionalen Datenbank und untersucht aus Patientenperspektive berichtete Resultate nach brusterhaltender Chirurgie. Der Schwerpunkt lag hier bei der Untersuchung von älteren Patientinnen in Hinblick auf die Lebensqualität nach der Operation.
Die Studie ist Teil einer umfassenderen Initiative im Rahmen des HeAT-Projekts. Diese hat das Ziel, Daten, klinische Erkenntnisse und Technologie so miteinander zu integrieren, dass medizinische Entscheidungsfindungen und Behandlungsverläufe für eine alternde Bevölkerung verbessert werden können.
Projektpartner
Auf einen Blick
